Leo Perutz: Der Meister des phantastischen Realismus

Porträt, erschienen im Presse-Spectrum 2007

Doppelt feiert und gedenkt man des Prager Autors 2007: 125. Geburtstag und 50. Todestag bieten den Anlass dazu. Als ‚Quartalschreiber’, über welchen der ‚Dämon des Schaffens’ komme, der ihm ‚die Meisterwerke gleichsam diktierte’, wurde Leo Perutz vom Weggefährten im palästinensischen Exil, Schalom Ben-Chorin, bezeichnet.

Dämonisch sind viele Perutz-Texte selbst zu nennen. Der verständliche, aber wenig ergiebige Drang, Romane in knappe Formeln einzupassen, unter welchen sie in der Textwelt bestehen können, hat auch den Perutz-Romanen zu Attributen verholfen, die einem differenzierten Verstehen im Weg stehen können und womöglich falsche Erwartungen aufkommen lassen. Liest man gründlicher, lösen sich die Etiketten freilich rasch. Die Literaturrezeption hat das Perutz-Werk grob in sechs „historische Romane“ und in sechs Gegenwartsromane eingeteilt, worunter auch die Gemeinschaftsarbeiten mit dem Dramatiker Paul Frank fallen. Wahlweise sind in einigen Arbeiten Elemente des Detektiv- und Krimigenres zu finden sowie Züge des Phantastischen. Fazit: Perutz kombiniert populäre literarische Genres und besetzt diese neu. (...)

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