im Limbus Verlag
Gebunden mit Lesebändchen
Mit Zeichnungen von Moussa Kone
96 Seiten
Preis: 13,- € (A/D)
ISBN 978-3-99039-114-3

Der Klang der stummen Verhältnisse

Lyrik und Zeichnung von Alexander Peer und Moussa Kone

 

Vom Zeichen zum Zeichnen ist es nur ein Buchstabe. Das Wort „Text“ kommt vom Lateinischen „texere“ und bedeutet „weben“ oder „flechten“. Wie Buchstaben abstrakte Zeichen sind, sind Zeichnungen Manifestationen von Ideen. So entsteht ein Flechtwerk, das die vielgestaltige Wirklichkeit durchdringt. Die lyrischen Arbeiten bringen auf ganz verschiedene Weise einen Resonanzraum zum Klingen. Manchmal sind es Variationen von bestehendem Sprachmaterial und das Spiel mit Bedeutungsnuancen, dann wieder gröbere intellektuelle und stilistische Irritationen. So werden stumme Verhältnisse zur Sprache gebracht und stimulieren zu neuen Perspektiven. Es entsteht ein Kompendium von poetisch dichten bis subversiv anarchischen Texten.

Das Repertoire an Themen bezieht das ganze Bündel an existenziellen Fragen von Geburt, Tod, Freiheit, Sexualität, Individualität und politischer Gestaltung ein. Gleichzeitig stellen die Gedichte kritische Fragen an das eigene Verhalten und die jeweiligen Spielräume im prägenden kulturellen Raum. Sprache und Körper sind andauernd Zuschreibungen und wertenden Anschauungen unterworfen, die in den Gedichten von Alexander Peer und den Zeichnungen von Moussa Kone verhandelt werden.

 

"Der Klang der stummen Verhältnisse" erscheint im Herbst 2017 im Limbus Verlag.

Da die schier unerschöpfliche Projektionsfläche Körper stark in „Der Klang der stummen Verhältnisse“ greifbar wird, ist der Band in fünf Kapitel unterteilt: Kopf, Herz, Bauch, Geschlecht und Hand. Die Kulturgeschichte ist am Körper ablesbar. Tuschezeichnungen von Moussa Kone erweitern die lyrischen Arbeiten, kontextualisieren diese.

Die lyrische Durchdringung der Wirklichkeit in „Der Klang der stummen Verhältnisse“ steigert sich mitunter zur melancholischen Groteske: So findet sich im Gedicht „Der gleiche Oktober“ die Passage „Die Parkbänke wurden lichter. An manchen Wochentagen saßen dort nur Erinnerungen.“ Während „Käfig der Sprichwörter“ frech Sprichwörter als Kritik nutzt: „Die Kanonen waren vom Verteidigungsministerium vor Jahren erworben worden. Endlich wagte sich ein Spatz in ihre Nähe.“

Gedankenanregend, berührend und bildgewaltig.

 

Wünschelrutenlauf

Nahrung für mein Narrentum

Faulobstverwertungseifer

Kussgewitter, vielleicht ein Blitz

wundersame Buchvermehrung

Blütenstaub für mein Horn

Süßholzraspelkönigstum

Platanenumarmungsfeuer

Reibungsgewinnzuwachs

Entsagungsallürenbeseitigung

Himmelwärts auf festem Grund

 

(Vorabdruck im Standard-Album am 2./3. September 2017)